Distance Learning: was Dozierende über das neue Unterrichtsformat sagen (Teil 1)

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Über den Autor/ die Autorin

Erwin Bucheli

Erwin Bucheli ist Content & Community Manager am Institut für Kommunikation und Marketing IKM der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Der Shutdown stellte auch die Dozierenden unseres Institutes vor die Herausforderung, komplette Unterrichtstage in Rekordzeit auf Distance Learning umzustellen. Wir haben Dozierende aus verschiedenen CAS zu ihren Erfahrungen mit dem neuen Lernformat befragt und können so viel schon bereits jetzt bestätigen: Was als Sprung ins kalte Wasser begann, entpuppt sich nun als spannendes Format mit neuen Möglichkeiten.

«Meine Session dauerte knapp fünf Stunden. Nebst mehreren Pausen war es wichtig, interaktive Elemente einzubauen: Zum Beispiel eine Live-Umfrage, Experimente und kleine verdaubare Tasks, welche anschliessend mit der Gruppe geteilt wurden. Ein Versuch waren die sogenannten Easter-Eggs, ein Ei-Visual verteilt auf gewisse Slides. Wenn die Studierenden das Ei-Visual gefunden haben, sollten sie mir die Slides per Printscreen zustellen. Dies wurde rege genutzt – und die erste Person hat dann auch ein kleines Goodie gewonnen.»

Claudio Mirti, Principal Solution Specialist Data & AI bei Microsoft und Dozent im CAS Digital Customer Experience

Esther-Cahn

«Ich denke, es ist auch im Distance Learning wichtig, die Interaktion zu fördern, damit der Unterricht lebendig bleibt. Insbesondere die Erwachsenenbildung lebt ja stark auch vom Austausch unter den Studierenden. In diesem Sinne empfehle ich beispielsweise, die Studierenden dazu anzuhalten, die Kamera nicht zu deaktivieren. Zudem ist virtueller Unterricht auch für die Teilnehmenden sehr anstrengend. Ich versuche den Unterricht daher auch zeitlich sehr klar zu strukturieren und das auch gut zu kommunizieren.»

Esther Cahn, CEO/Co-Founderin Signifikant Solutions und unter anderem Dozentin im CAS Digital Customer Experience und CAS Digital Analytics

«Präsentationen und Meetings über Hangout, Teams oder Skype durchzuführen, ist für mich eigentlich Daily Business. Dennoch ist der virtuelle Unterricht schon nochmal komplett etwas anderes. Es braucht deutlich mehr Vorbereitung, weil man zum Beispiel nicht ad hoc eine Umfrage in der Klasse machen kann oder schnell was am Flipchart erklären kann. Auch gemeinsame Übungen brauchen geplante Break-out-Sessions und ein geeignetes Tooling. Wichtigste lessons learned für mich: Angeschaltete Kameras unterstützen das Klassengefüge, Tool-Demos funktionieren sogar besser weil die Teilnehmer mehr sehen – und das anschliessende Feierabend-Bier funktioniert auch remote.»

Marco Hassler, Senior Principal Consultant bei der Digital Agentur Namics und Dozent im CAS Online Communication and Marketing und CAS Digital Analytics

«Noch vor einigen Jahren hätte eine solche Situation wahrscheinlich den ganzen Lehrbetrieb außer Gefecht gesetzt. Jetzt wirkt die Situation praktisch wie ein Katalysator und ermöglicht es neben der inhaltlichen Wissensvermittlung sogar digitale Kompetenz weiter auszubauen. Meine drei Learnings:

  1. Die Studierenden sollten nahe der Kamera sitzen, damit die Mimik sicht- und interpretierbar ist
  2. Breakout-Rooms nutzen, um den Unterricht aufzulockern
  3. Programme wie Miro einsetzen, um analoge Arbeit an der Plotwand spielerisch ins Digitale zu übersetzen.»

Judith Meyer, Senior Brand Consultant bei Brand Trust GmbH und Dozentin im CAS Brand Management

Teil 2: das sagen die Studierenden

Auch unsere Studierenden wurden abrupt mit dem neuen Lernformat des Distance Learnings konfrontiert und zeigten ein hohes Mass an Flexibilität. Was sie zum neuen Lernformat sagen, erfahren Sie im zweiten Teil dieser Blogserie Anfang Mai.


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