Learning by doing: Ein Plädoyer für den Einsatz kreativer Methoden im Arbeitsalltag

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Über den Autor/ die Autorin

Ursina Kellerhals

Ursina Kellerhals ist Dozentin für Kommunikation am Institut für Kommunikation und Marketing der Hochschule Luzern. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in der qualitativen Sozialforschung. Ihre Interessen sind Werbeforschung, visuelle Kommunikation und kreative Methoden.

Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Luzern müssen gerüstet sein, komplexe Fragestellungen anzupacken. Das ist nichts Neues. Deshalb sind Ideation und Ansätze wie Design Thinking, sowie der Einsatz kreativer Methoden ja auch in allem Munde. Die Hochschule Luzern bietet diesbezüglich diverse Aus- und Weiterbildungsangebote. Aber um wirklich mit Komplexität umgehen zu können, braucht es mehr als nur vereinzelte Inputs.

Unsere Welt wird stetig komplexer. Die meisten von uns setzen sich täglich mit Fragestellungen auseinander, die eine Vielzahl von Faktoren und ungewissen Variablen beinhalten. Wir müssen flexibel sein und die verschiedensten – auch abwegigen – Szenarien schon heute vorausdenken. Idealerweise tun wir das nicht nur in interdisziplinären Teams, sondern auch mittels kreativer Methoden. Was morgen ist, können wir nicht vorhersagen, aber wir können mögliche Szenarien erdenken und dementsprechend Handlungsräume und Optionen erschliessen. Und auf dieser Basis können wir handeln. Heute.

Diverse Fachbereiche nutzen bereits Kreativmethoden

Manche wird dieses Plädoyer seltsam anmuten, weil sie täglich so arbeiten. Design Thinking ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Ich denke hier an die Fachbereiche Design & Kunst, Technik & Architektur oder Informatik. Auch in Kommunikation und Marketing werden diese Ansätze – nennen wir es das kreative Mindset – nicht nur eingeführt, sondern auch gelebt.

ISA Module als ideale Gefässe auf Bachelor-Ebene

Da es dem Mindset entspricht, dass Teams interdisziplinär zusammengesetzt sind, bieten sich als Lerngefässe auf Ausbildungsstufe Bachelor natürlich die ISA-Module an. Hier gibt es zum Beispiel das Angebot «SocialLab» oder die CreaLab Summer School und Winter School. Die Module sind bei den Studierenden beliebt.:

Marion Suter

«Kein anderes Modul brachte mir so viel, wie das SocialLab: Durch die interdisziplinarität der Teams lernte ich, mit anderen Denkweisen umzugehen, voneinander zu lernen, Synergien zu erkennen und diese zu nutzen. Die Design Thinking Methoden zwangen mich aus meiner Komfortzone und liessen mich so mein Können und meinen Horizont erweitern. Das SocialLab ist genial. Es fordert dich heraus – intellektuell und menschlich. Es sollte für alle obligatorisch sein.»

Marion Suter, Studentin Bachelor of Business Administration

Die Studierenden erleben Innovations- und Kreativitätsprozesse in interdisziplinären Teams und bearbeiten und reflektieren die Spannungsfelder in interdisziplinären Innovationsprozessen. In den Summer bzw. Winter Schools des CreaLabs gehen sie in der Ausarbeitung ihres Workshops über den Design Thinking Ansatz hinaus und gestalten die Phasen des Kreativitätsprozesses individuell. Als Werkzeug dient ihnen die Online Plattform becreate.ch, ein öffentlich zugänglicher Methoden-Fundus, der von den Studierenden laufend mit selbst entwickelten neuen Methoden bereichert wird. Es geht dabei auch darum, dass sich die Studierenden trauen, wilde Dinge auszuprobieren. Denn es gibt keine richtigen und falschen Methoden. Sie müssen einzig zur Phase im Kreativitätsprozess und zu dem, was für die zu bearbeitende Fragestellung erreicht werden soll, passen. Auf unsere Intuition zu vertrauen, fällt uns jedoch gar nicht (mehr) so leicht.

«Learning by doing» funktioniert am besten

In diesen Ausbildungsangeboten sowie in Gast-Blöcken zu kreativen Methoden, die in diverse Module integriert sind, erleben und erlernen Studierende die Methode, indem sie selbst einen Workshop durchführen. Dabei gilt: «Learning by doing» funktioniert am besten.
Damit ist jedoch noch lange kein Mindset verankert. Und deshalb schliesse ich mit einem Plädoyer. Ein Plädoyer dafür, dass man nicht nur ständig von Design Thinking und Kreativität reden sollte, sondern endlich diese kreativen Methoden auch durchgängig einsetzt. Das braucht etwas Mut. Es muss aber auch nicht immer ein halbtägiger Design Thinking Workshop sein.

Impressionen vom Future Forum 2018

Ausprobieren und machen!

Noch nicht ganz überzeugt? Mehr Informationen und Unterstützung findet man zum Beispiel wie oben erwähnt auf becreate.ch oder auch in Form von Coaching, zum Beispiel von erfahrenen Moderatorinnen und Moderatoren aus dem CreaLab, dem interdisziplinären Netzwerk der Hochschule Luzern (Anfragen an Jens Meissner). Das beste Coaching ist jedoch, das Ganze selbst einmal auszuprobieren. Die ideale Weiterbildungsmöglichkeit dazu bietet sich am Future Forum Lucerne, das aktuell am 15. Mai 2019 im Südpol stattfindet.

Future Forum 2019 Luzern

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