Communitys – Unterschätzter Mehrwert für Unternehmen

0
Teilen.

Über den Autor/ die Autorin

Pia Schäfer

Pia Schäfer ist Head of Internal Communications bei der Lonza AG und blogged als Gastautorin aus dem Unterricht des CAS Online Media and Campaign Management.

Communitys haben wertschöpfendes Potential. Durch direktes Feedback und Ko-Kreationen mit der Community können Produkte oder Dienstleistungen stetig weiterentwickelt werden. Und das zu vergleichsweise geringen Kosten.

Voraussetzung zur Gründung einer Community sind klar definierte Ziele, wie z.B. Akquise neuer Kunden, neue Absatzmöglichkeiten, Innovation oder reduzierte Marketingkosten. Unbedingt sollen die (maximal drei!) Ziele mit der Unternehmensstrategie einhergehen.

Aufbau einer Community

Einfach drauf losschreiben reicht nicht. Bei Communitys geht es nicht nur um das gemeinsame Interesse an etwas, sondern um Beziehungen und Vernetzungen rund um dieses gemeinsame Thema. Diese aufzubauen erfordert Geduld, Ausdauer und ein Energielevel, das immerzu aufrechterhalten werden muss. Wird eine Community nicht gepflegt und nicht fortlaufend mit neuen interessanten Inputs gefüttert, ist die Anfangseuphorie schnell verpufft.

Nancy Kinder, Knowledge Management & Community Coach, empfiehlt folgende Schritte, um eine Community zu starten:

  1. Definiere ein Konzept (A community about x, connecting y to deliver z): Was ist die gemeinsame Mission der Community? Diese ist entscheidend, denn sie stiftet Sinn und Orientierung. Welche Menschen hätten einen Mehrwert, wenn wir sie als Unternehmen (virtuell) zusammenbringen und was erhoffen wir uns davon? Wie bringen wir sie auf die Community?
  2. Teste dein Konzept: Ein Konzept verspricht mehr Erfolgschancen, wenn es zusammen mit dem Zielpublikum erarbeitet und getestet wurde. Was möchte die Community? Wer ist an was interessiert und warum? Was fehlt?
  3. Baue einen Plan auf – langsam und kontinuierlich: Erstelle stetig Content, welcher eine Diskussion ermöglicht und der Communitys Lösungen auf ihre Bedürfnisse bietet. Sei der Initiator, aber ermutige stets andere sich auch zu beteiligen. Versuche die Early Adopters zu vernetzen.

Um dies methodisch anzupacken, empfiehlt sich die Anwendung des «Community Frameworks» – ein Tool entwickelt von der Agentur «The Relevant Collective», mit Gründer Florian Wieser:

Community-Framework_Florian-Wieser

Quelle: Florian Wieser, Community Framework.

Gemäss Wieser ist die Bedeutung eines Community Managers nicht zu unterschätzen (Moderation) und dessen wichtigste Skills:

  • Sprachgewandtheit
  • Interesse an Technologie
  • Emphatisch, aber auch fähig Trolls/Shitstormer in die Schranken zu weisen
  • Offen gegenüber Ideen und Feedback der Nutzer

Quelle: Florian Wieser, 2018, Vorlesung Communitys, CAS Online Media and Campaign Management, Foliensatz II.

Die «90-9-1-Regel» nach Jakob Nielsen besagt, dass in Online Communitys 90% der Nutzer lediglich zuschauen, 9% sich auf einfache Weise beteiligen und nur 1% aktiv Inhalte kreiert («Creators»). Unternehmen sollten sich also fragen, wie sie diese Creators und ihr Knowhow in eine Kampagne einbinden können – sie aktivieren können an etwas Grösserem mitzuwirken. Denn die Kunst von Communitys ist es, gemeinsam (digital) zu denken.


Kommentar hinterlassen