Was Growth Hacking mit Piraten zu tun hat

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Über den Autor/ die Autorin

Andreas Züger

Andreas Züger ist Projektleiter Marketing bei der Schwyzer Kantonalbank und Social Media-Verantwortlicher. Er bloggt als Gastautor aus dem Unterricht des CAS Online Media and Campaign Management.

Growth Hacking bedeutet, mit minimalen finanziellen Mitteln, maximales Wachstum zu erreichen. Was das genau bedeutet und wie Organisationen vorgehen können, ändert sich von Fall zu Fall.

Nein, vor uns standen keine russische IT-Experten. Wie man eine Seite hackt, haben wir auch nicht gelernt. Und illegal war der Unterrichtsstoff schon gar nicht. Aber was ist denn dieses Growth Hacking? Fakt ist: Es ein so aktuelles Thema, dass es, gemäss den drei Referenten, noch nicht einmal eine wissenschaftliche Beschreibung davon gibt. Der Begriff sei so neu, dass noch gar nicht definiert sei, was Growth Hacking genau bedeute. Growth Hacking verändere sich zudem ständig, weil es sich immer den neuesten Techniken anpasse, erklärten Florian Wieser, Frederic Nachbauer und Elias Önder von The Relevent Collective.

Die Growth Hacking-Definition – so far

Natürlich hatten die drei Herren doch eine Definition des Begriffes auf Lager. Grundsätzlich gehe es beim Growth Hacking darum, mit möglichst wenig finanziellen Mitteln ein möglichst hohes Wachstum zu erreichen. Es sei eine Art Kampf zwischen David und Goliath. Die Marketing-Technik wurde von Startups entwickelt. Da diese meistens mit wenig monetären Möglichkeiten ausgestattet sind, sollen mittels Kreativität, analytischem Denken und dem Einsatz von Social Media der Absatz gefördert und Bekanntheit erlangt werden.

Dafür werden natürlich keine Hacker eingesetzt, wie der Name Growth Hacking suggerieren könnte, sondern einfach die vorhandenen Mittel bestmöglich ausgereizt. So reichen zum Beispiel bereits 30 bekannte Kunden, um mittels Lookalike Audience zu einer 100fach grösseren Zielgruppe zu kommen und entsprechende Leads zu generieren. Wichtige Techniken sind zum Beispiel auch Referral-Marketing, A/B-Testing, Lead Magnets, Retargeting und Automation.

Der Unterrichtstag zeigte klar auf:

Es gibt keine allgemeine Growth Hacking-Lösungen, sondern nur individuelle Cases. Jede Problemstellung muss genau analysiert werden.

Eine patente Lösung, um die Segel in Richtung Growth Land setzen zu können, ist der von den drei Referenten präsentierte «Piraten Funnel». «RAAARRR» heisst die Losung der Piraten und setzt sich aus Research, Acquisition, Activation, Automation, Retention, Referral und Revenue zusammen. Diesen Funnel durchzuspielen, gibt einen guten ersten Hinweis auf Möglichkeiten von Growth Hacking. Danach braucht es vor alllem Leidenschaft. Denn was der Unterrichtstag auch gezeigt hat: Beim Growth Hacking muss viel ausprobiert werden.

Aber wenn man einen entsprechenden Hebel im System gefunden hat, dann sind die Ergebnisse mehr als vielversprechend.


2 Kommentare

  1. Elias Önder on

    Sehr sehr feiner Artikel. Spannend so ein ausführliches Feedback zu erhalten.
    Eine kleine Anmerkung noch: Es gibt natürlich unzählige Definitionen von Growth Hacking, aber da es, wie Sie richtig festgehalten haben, ein doch noch recht neues Thema ist, ist es schwer eine allgemein gültige Aussage zu finden. Was ihr an diesem Tag gehört habt, war unsere Defintion, und das ist sicher erwähnenswert. Ich hoffe es hat Spass gemacht! Für mich ist HSLU auf jeden Fall immer etwas Besonderes.
    Dafür und für den ausführlichen Artikel möchte ich mich noch einmal bedanken.
    Beste Grüße aus dem Nachbarland,
    Elias

    • Andreas Züger
      Andreas Züger on

      Hallo Elias! Danke für dein Feedback. Zu deiner Anmerkung: Ich wollte im Blog etwas „dramatisieren“, dass Growth Hacking ein wirklich noch sehr neues Thema ist. Das war nicht als Kritik zu verstehen. Und Spass hat es auf jeden Fall gemacht!
      Beste Grüsse aus der Schweiz
      Andreas Züger

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