Driverless Revolution: Autonomes Fahren verändert die Welt!

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Über den Autor/ die Autorin

Andreas Herrmann

Prof. Dr. Andreas Herrmann ist Direktor des Instituts für Customer Insight an der Universität St. Gallen.

Autonomes Fahren ist keine Fiktion mehr, sondern bereits Realität. Diese Entwicklung ist eingebettet in gesellschaftliche und technische Megatrends, zu denen vor allem Vernetzung, Urbanisierung, Elektrifizierung, Nachhaltigkeit und Sharing gehören.

Alle diese Trends befördern die autonome Mobilität, und umgekehrt trägt die autonome Mobilität dazu bei, diese Trends zu verstärken und zu beschleunigen. Mit der Technologie des autonomen Fahrens lässt sich zum Beispiel die Reichweite von Elektrofahrzeugen deutlich erweitern, was deren Attraktivität steigert und damit den Trend der nachhaltigen Mobilität unterstützt.

Den Kern eines fahrerlosen Autos bilden die zentrale Steuerungseinheit und die zur Erfassung der Umwelt erforderlichen Sensoren wie Kameras, Lidar, Radar, Ultraschall. Während der Fahrt steht das Fahrzeug mit der Infrastruktur (V-to-I Kommunikation) und anderen Fahrzeuge (V-to-V Kommunikation) in Kontakt. Da die autonomen Fahrzeuge mit der Infrastruktur, dem Internet, mit Zuhause und dem Arbeitsplatz verbunden sind, können vielfältige Informations- und Kommunikationsdienste entwickelt werden.

Vernetzung und Urbanisierung durch und mit Sharing

Viele Megacitys stehen vor einem Verkehrsinfarkt, weshalb neue Verkehrskonzepte erforderlich sind, wie etwa das autonome Fahren, um den Durchsatz an Autos deutlich zu erhöhen. Autonome Fahrzeuge für den letzten Kilometer (etwa vom Bahnhof nach Hause) können ideal als Sharing-Flotte betrieben werden. Selbstfahrende Autos tragen unabhängig von der Motorisierung (Elektroantrieb oder Verbrennungsmotor) durch ihr Fahrverhalten dazu bei, den Ausstoss von Abgasen zu reduzieren.

Zahlreiche selbstfahrende Autos befinden sich bereits auf den Strassen, wenn auch noch in kontrolliertem Umfeld. Die ersten autonomen Taxis sind seit August 2016 im Universitätsviertel von Singapur im Einsatz. In den nächsten Jahren sollen in mehreren Städten ganze Flotten dieser Fahrzeuge aufgebaut werden. Dabei werden sich drei Typen von selbstfahrenden Autos herausbilden: Robo-Taxis, Busse und Mehrzweckfahrzeuge. Letztere dürften sich nochmals in Geschäfts- Familien- und Reisefahrzeuge ausdifferenzieren. Die Fahrzeuge werden mit einer Vielfalt von vernetzten Diensten ausgestattet und sind zukünftig Teil von Mobilitätskonzepten, zu denen auch andere Transportmittel gehören. Damit entwickelt sich das bisherige Stand-alone-Produkt Auto zu einem Ecosystem.

Das Mobilitätsverhalten verändert sich grundlegend

Seit 130 Jahren gilt im Automobilmarkt die immer gleiche Logik: Der Mensch besitzt das Fahrzeug und fährt es. Das Car- und Ride-Sharing in Kombination mit der Technologie des autonomen Fahrens besitzt die Kraft, das Mobilitätsverhalten grundlegend zu verändern. Hieraus entstehen autonome Robo-Taxis, die als Flotte (das heisst im Sharing-Betrieb) eingesetzt werden können. Dadurch lassen sich die Transportkosten so reduzieren, dass die verbleibenden Kosten durch Unternehmen und Städte finanziert werden können. Die Vision vom kostenlosen Transport zumindest im städtischen Umfeld dürfte die Attraktivität der Region und auch ihre Wirtschaftskraft deutlich steigern.

Viele disruptive Technologien waren anfänglich schwächer als die etablierten, konnten diese aber nach einer gewissen Zeit in der Leistungsfähigkeit überholen. Auch die Betreiber von Eisenbahnen taten sich zunächst sehr schwer, die Reisenden von der Leistungsfähigkeit des Zugverkehrs zu überzeugen. Die Autoindustrie mit neun Millionen Beschäftigten, 90 Millionen produzierter Fahrzeuge und einem Umsatz von $ 2,1 Billionen pro Jahr gehört zu den Schlüsselindustrien der Weltwirtschaft. Die technologische Disruption und das Aufkommen der neuen Wettbewerber werden die Automobilindustrie substanziell verändern. In ihrer über hundertjährigen Geschichte stand diese Industrie noch nie vor einem so gravierenden Wandel.


«Autonomous Driving»

Das Buch «Autonomous Driving» von Prof. Dr. Andreas Herrmann, Prof. Dr. Walter Brenner und Prof. Rupert Stadler behandelt die Veränderungen und Herausforderungen des autonomen Fahrens. Denn alle Aspekte der Gesellschaft, seien es Politik, Verkehr oder Wirtschaft, werden durch selbstfahrende Autos grundlegend verändert werden.

Andreas Herrmann referiert am IKM Update zum Thema «Driverless Revolution: Wie autonomes Fahren die Welt verändert». Anschliessend findet eine Diskussions- und Fragerunde statt. Sie sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Die ersten 100 Anmeldungen erhalten zudem ein kostenloses Exemplar von «Autonomous Driving». Das Buch wird den Besucherinnen und Besuchern am Veranstaltungsabend überreicht.

Das IKM Update «Driverless Revolution: Wie autonomes Fahren die Welt verändert» findet am 26. April 2018 am Institut für Kommunikation und Marketing IKM statt: Jetzt anmelden.


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