Gilt noch immer «Sex Sells»?

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Über den Autor/ die Autorin

Jörg Koch

Jörg Koch ist Leiter Marketing bei First Frame Networkers AG und blogged als Gastautor aus dem Unterricht des CAS Online Media and Campaign Management.

«Wir sind von der Konkurrenz aus dem Netz überrascht worden». Das Zitat des Beate Uhse-Konzerns nach der Insolvenz war der Auftakt von Tobias Zehnder zu seinem Referat über Performance Marketing.

Tobias Zehnder ist Mitbegründer von Webrepublic, einer führenden, international tätigen Digitalagentur, mit 150 Mitarbeitenden.

Die Optimierung in Echtzeit wird zum neuen Standard

Das Anfangs erwähnte Zitat stammt nicht aus den frühen 2000er Jahren, sondern aus dem Jahr 2017! Da haben die Verantwortlichen, des einst führenden Erotik-Konzerns, ihre Hausaufgaben nicht gemacht und dies mit verheerenden Folgen. Der digitale Shift wurde da eindeutig verpasst. Abgezeichnet hatte sich dieser vor allem im Niedergang der Printmedien seit Beginn des neuen Jahrtausends und im Aufstieg von Google in den letzten zehn Jahren.

Gemäss Tobias Zehnder ist Performance Marketing die Wiege der Digitalisierung des Marketings. Es geht dabei darum, die Reaktionen und die Konversationen der Nutzer messbar zu machen und eine möglichst grosse Interaktion zu erreichen. Die Marketeers können ihre Massnahmen in Echtzeit, anhand der Feedbacks der Konsumenten, optimieren. Die Optimierung wird so zum neuen Standard.

Performance Marketing-Instrumente

Die Instrumente, die zum Einsatz kommen, sind vor allem Suchmaschinenwerbung (SEA), Suchmaschinenoptimierung (SEO), Mobile Marketing, Social Media, E-Mail, Display und Video. Alle diese Massnahmen lassen sich wunderbar auf die gewünschten Zielgruppen ausrichten und natürlich in allen Facetten messen.

Spannend ist der Bereich des Programmatic Advertisings, die automatisierte Vermittlung und Buchung von Display-Advertising und Remarketing. In den letzten ein bis zwei Jahren wurde hier, vorerst bei grösseren Werbekunden, ein enormes Wachstum erzielt. Die Vorteile nebst der Automation liegen auf der Hand, man kann zum Beispiel eigene Daten ins Targeting einfliessen lassen. Die Erweiterung auf weitere Online-Marketing-Instrumente bis hin zur (digitalen) Plakatstelle (Digital Signage) ist in Planung. Dies ist dank offener Schnittstellen über verschiedene Anbieter hinweg möglich und wird die Marketing-Industrie weitreichend verändern.

Fazit

Marketeers wird es auch in zehn Jahren noch brauchen, die Automatisierung wird uns nicht wegrationalisieren. Jobs werden sich allenfalls verändern, wie, dank der Digitalisierung, in jeder Industrie. Die Anforderungen an die strategische Beratung wird steigen. Auch die Kreation wird immer wichtig sein und muss an die verschiedenen Kanäle angepasst werden. Die Echtzeit-Optimierung wird noch schneller.

Und by-the-way: «Sex Sells» gilt immer noch, einfach online!

Quelle

Titelbild: shutterstock / Lizenz first frame networkers ag: 365-Tage-Bildpaket 5 Standartlizenzen.


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