Digital Identity – Die eigene digitale Identität managen

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Über den Autor/ die Autorin

Brigitte Gasser

Dr. Brigitte Gasser ist Dozentin und Projektleiterin am Institut für Kommunikation und Marketing IKM der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Wir alle haben verschiedene Rollen bzw. Identitäten. Um uns in sozialen Situationen zurechtzufinden, greifen wir gekonnt auf die jeweils passende Rolle zu. So kann beispielsweise ein und die selbe Person in ihre Identitäten als Künstlerin, Mutter und Joggerin schlüpfen. Unsere Identitäten helfen uns, uns schnell und ohne grosses Nachdenken im Alltag zurechtzufinden.

Früher, und damit ist hier die Zeit vor der Digitalisierung gemeint, wurden unsere Identitäten hauptsächlich durch die Familie und örtliche Gemeinschaften geprägt. Durch den veränderten Lebensstil wie Globalisierung und Digitalisierung sind wir örtlich viel weniger gebunden, was sich auch im Repertoire unserer Identitäten widerspiegelt. Im Alltag sind neue und mehr Identitäten entstanden, beispielsweise in den Bereichen Beruf und Freizeit.

Zudem ist neben den Alltags-Identitäten eine neue Form von Identitäten hinzugekommen – digitale Identitäten.

Nicht mehr nur in unserer physischen Umwelt, sondern auch in digitalen Welten haben wir verschiedene Identitäten. Für diese digitalen Identitäten müssen neue Konventionen festgelegt werden, damit der Umgang in den neu entstandenen Gemeinschaften leichter fällt und geregelt ist.

Wechselwirkungen der realen und virtuellen Identitäten

Voneinander unabhängig und getrennt sind die Identitäten des Alltags und der digitalen Welten nicht, sie hängen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Dieses Wechselspiel kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf uns und unsere Identitäten haben. So kann, wie wir uns persönlich in den digitalen Welten darstellen, positiv auf unsere Alltagswelt wirken. Wer beispielsweise seine berufliche Expertise im Internet gekonnt darstellt, kann damit rechnen, dass er im Netz gefunden und auch in der realen Welt als Experte betrachtet wird. Die Wechselwirkung funktioniert, wir werden zu dem, wie wir uns in den digitalen Welten darstellen. Doch auch der umgekehrte und negative Fall ist möglich. Dinge aus unserem Privatleben, die nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen, können gegen unseren Willen in digitalen Welten verbreitet werden und in unserem Alltag wirksam werden.

Strategien für die digitalen Welten schützen die Privatsphäre

Die Identitäten, die wir im Alltag leben, können wir zu einem Grossteil selbst kreieren und kontrollieren. Die digitalen Identitäten hingegen sind weniger gut kontrollierbar. Es bedarf einer klaren und langfristigen Strategie, wie wir uns in digitalen Welten darstellen wollen. Der Gradmesser, was wir in digitalen Welten von uns preisgeben und was nicht, ist die eigens festgelegte Privatsphäre. Welche Informationen dürfen in digitalen Welten ersichtlich sein, und was soll ausschliesslich Teil der Alltags-Identitäten sein? Wohin soll mich mein persönlicher Weg führen und wie passt das mit dem zusammen, was heute in digitalen Welten von mir zu finden ist? Zudem erleben wir die Reaktionen auf unser Verhalten in den digitalen Welten nicht direkt, wie dies im Alltag der Fall ist. Daher bedarf es einer regelmässigen Kontrolle unseres Bildes bzw. unserer Identitäten in digitalen Welten bzw. im Internet.

Identitäts-Monitoring

Unternehmen überwachen ihr Image im Internet regelmässig und mit professionellen Tools. Doch auch Privatpersonen können das Image ihrer digitalen Identitäten kontrollieren. Hier ein paar erste hilfreiche Tipps für die regelmässige Selbstrecherche:


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