Was AirBnB für den Wohnungsmarkt bedeutet

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Über den Autor/ die Autorin

Dominik Georgi

Prof. Dr. Dominik Georgi ist Dozent und Projektleiter am Institut für Kommunikation und Marketing IKM der Hochschule Luzern. Er leitet das Projekt SHARECITY.

Sharing Economy und AirBnB, als eines ihrer Vorzeigebeispiele, sind in aller Munde. Die Meinungen über AirBnB gehen dabei weit auseinander. Für die Keynote bei der Jahresversammlung des Bundesamts für Wohnungswesen, die Grenchener Wohntage, haben wir das Thema «AirBnB und Wohnungsmarkt» aufbereitet.

Zunächst weckt AirBnB als innovative Plattform viel Begeisterung bei NutzerInnen und BeobachterInnen. Die Plattform scheint einen Nerv der Zeit zu treffen. Viele Besucher wohnen lieber «auf Augenhöhe» mit privaten Vermietern als im anonymen Hotel. In manchen Städten bietet AirBnB im Durchschnitt auch preisliche Vorteile. Und die meisten NutzerInnen finden es einfach «cool».

«Uncool» finden AirBnB dagegen die Vertreter der etablierten Gastgeberbetriebe, wie Hotels. Sie sehen ihren Markt gefährdet. Und das nicht zu unrecht. Durch AirBnB vergrössert sich das Schweizer Übernachtungsangebot um ca. 20 Prozent. Konkurrenz belebt das Geschäft, mag man dem entgegnen.

AirBnB beeinträchtigt aber nicht nur den Übernachtungsmarkt, sondern auch den Wohnmarkt. Es kommt zu einer Überschneidung dieser beiden Märkte. Die Angebote auf AirBnB werden teils dem Wohnmarkt entzogen. Dies liegt daran, dass der typische AirBnB-Vermieter gar nicht mehr nur der private Wohnungsbesitzer ist, der während der eigenen Ferien seine Wohnung an Touristen weiter vermietet. Vielmehr gibt es zunehmend sog. Powerseller, die bis zu über 100 Wohnungen auf AirBnB anbieten und damit dem privaten Wohnungsmarkt entziehen.

Dies wiederum lässt Städte aufhorchen und Verbote von AirBnB diskutieren. Gleichzeitig wird auf diesem Wege die gesamte Sharing Economy verteufelt. Dabei müssten Wege gefunden werden, wie die positiven Seiten der Sharing Economy genutzt werden könnten, ohne die negativen Auswirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Statt nach Verboten zu rufen, sollten Städte sich der Herausforderung aktiv stellen, Situationen definieren, in denen Sharing Economy funktioniert und die dann gefördert werden könnten.

Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in dem von der Mercator-Stiftung geförderten Projekt ShareCity.

Keynote von den Grenchener Wohntagen:


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