Gesharte Welt

0
Teilen.

Über den Autor/ die Autorin

Esther Federspiel

Esther Federspiel war bis 2018 Dozentin und Projektleiterin am Institut für Kommunikation und Marketing IKM.

Am ersten Community meet up bekommt sharoo ein Gesicht – das IKM konnte bei der Gelegenheit Einblick gewinnen wer bei der Share Economy mitmacht und weshalb. Von Dominik Georgi und Esther Federspiel

„Die Kunden machen sich mehr Gedanken um mein Auto als ich selbst“.

Das sagt Jean-Pierre, einer von mehr als 350 sharoo-Vermietern, die auf der Internet-Sharing-Plattform ihr Auto zur Vermietung an Private anbieten. Damit ist schon mal einem Vorbehalt gegen privates Carsharing begegnet – nämlich, dass man sein Auto danach verwüstet zurückbekommt.

Überhaupt geht es ja beim Sharing um „Kümmern“ – Sharing ist eben auch Caring. Man kümmert sich um die Umwelt und den Mitmenschen. Für Jean-Pierre ist das Auto ein reiner Gebrauchsgegenstand. Wenn er nicht gerade selbst damit unterwegs ist, nützt es ihm nichts. Also teilt er es gerne mit anderen: „Das habe ich schon als Kind in einer Vielkinderfamilie kennengelernt“, erklärt er.

Altbauetage statt Garage
Jean-Pierre ist einer der Protagonisten beim ersten Community meet up von sharoo, zu denen das Migros-Internet-Start-up in seine Büroräume mit Altbaucharme und WG-Charakter geladen hatte. Neben Informationen, wie denn das mit dem Car-Sharing im Detail funktioniert (CEO Carmen Spielmann hat das innovative Konzept von sharoo vorgestellt und die Vermieter Jean-Pierre und Simon gaben ihre Erfahrungen zum Besten) und einer Feedbackrunde gab es viel Gelegenheit zum Austausch – für uns vom IKM beste Gelegenheit, in die Sharing Economy hineinzuschnuppern.

Sharing ist mehr als Caring
Auch wenn das Kümmern eine Rolle spielt, merkt man sofort, dass Sharing mehr ist als Caring. Die sharoo-Vermieter sehen sich als Unternehmer und machen sich Gedanken darüber, wie sie ihr Auto noch besser vermarkten können, sie gestalten ihre eigenen Marketingaktionen. Und machen sich auch Gedanken darüber, was ihren Kunden wichtig ist: Direkte nahe Verfügbarkeit, gute Preise oder auch ein spezielles Extra wie Cabrio-Dach oder Elektroantrieb.

Mieter sind nicht nur Preishopper
Interessanterweise erscheinen die Preise bei sharoo nicht durchs Band günstiger als bei herkömmlichen Autovermietungen: Jean-Pierres Volvo kostet beispielsweise 65 Franken am Tag, einen Sync gibt’s allerdings bereits für 1,60 Franken pro Stunde. Es muss also noch einen anderen Antrieb geben, bei sharoo ein Auto zu mieten, als nur der Preis: Teilen ist sozial und nachhaltig. Der Zugang zu einem Auto ist immer da. Je nach Lust und Laune können ein kleiner Elektrosmart, ein Cabrio oder ein grosser Kombi gemietet werden. Im Idealfall stehen die Autos gleich in der Nachbarschaft. Viele Vermieter finden es auch schade, wenn ihr Auto „einfach so herumsteht“. Sie sehen es wie Jean-Pierre und freuen sich, wenn ihr Auto gefahren wird.

Online braucht offline
Die Vermietung der Autos wird bei sharoo online abgewickelt. Das meet up hat aber gerade auch gezeigt, dass persönliche „offline“-Kontakte eine wichtige Ergänzung sind. Fragen können noch besser geklärt werden und es entsteht ein lebendiger Austausch von Erfahrungen.

Es war offensichtlich, dass die Teilnehmer das meet up mit der sharoo Community genossen haben. Und sharoo hat damit gezeigt: Uns gibt es nicht nur on-, sondern auch offline, wir sind gemeinsam mit euch unterwegs und für eure Anliegen da.


Kommentar hinterlassen