Neue Medien und Sprachverfall – eine unendliche Geschichte

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Über den Autor/ die Autorin

Ursula Stalder

Ursula Stalder ist Senior Researcher/ Dozentin an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. Sie lehrt, forscht und berät im Bereich Online-Kommunikation und den Auswirkungen der Digitalisierung auf Unternehmen, Organisationen und den öffentlichen Raum.

«Mit der Sprache der Jugendlichen geht es bergab.» Einer wissenschaftlichen Betrachtung hält die sehr weit verbreitete These aber nicht stand. Dies hat Frau Prof. Dr. Christa Dürscheid in Ihrem Referat am IKM Update am 29. September 2014 in Luzern nachweisen können.

Die Referentin beobachtet schon seit vielen Jahren den Sprachgebrauch von Jugendlichen, speziell in den (nicht mehr sehr neuen) Medien. Ihr Fazit lautet: SMS, WhatsApp und Co. beeinflussen zwar unseren Sprachgebrauch, sie machen ihn aber nicht ärmer. Vielmehr kann die Sprachwissenschaftlerin eine Bereicherung feststellen: Gerade in den elektronischen Medien pflegen die Userinnen und User eine dialogische Sprache. Stilistische Eigenheiten des mündlichen Ausdrucks werden im Medium der Schrift eingesetzt. Die Eingangsbehauptung ist also falsch. Richtig müsste es heissen: „Die Jugendlichen treiben den Wandel der Sprache voran.“ – Dieser Wandel ist nicht negativ.

Referentin:
Prof. Dr. Christa Dürscheid
Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Grammatik, der Sprach-didaktik, der Schriftlinguistik, der Varietätenlinguistik und der Medienlinguistik.

Auf der IKM-Update-Webseite finden Sie das Video zur Veranstaltung sowie die Referatsfolien und eine Literaturliste.

Wer für diesen spannenden Anlass keine Einladung erhalten hat, über den nächsten Anlass aber gerne informiert werden möchte, kann sich unter ikm@hslu.ch auf die IKM-Verteilerliste setzen lassen.


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