Mobile-Technologie: Mit digitalen Treuekarten Kundenherzen erobern

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Über den Autor/ die Autorin

Samuel Kirchhof

Samuel Kirchhof ist Masterabsolvent der Hochschule Luzern und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kommunikation und Marketing IKM.

Ein eingestaubtes Thema mit Mobile Marketing wieder attraktiv machen? Genau das machen POINZ mit ihrer App. Geschäftsführer Robert Blum erklärt wie.

Am IKM Update «Mobile Marketing: Potential für Marketing und Vertrieb» vom 21.09.2017 gab Jungunternehmer Robert Blum Einsicht in die Möglichkeiten und Chancen, welche sich durch die Idee des Start-Ups und die Mobile-Technologie ergeben.

Sie kennen folgende Situation: Sie stehen an der Kasse. Kaum haben Sie gezahlt, folgt das obligate «Haben Sie unsere Treuekarte? » – Ja die haben Sie. Irgendwo. Vielleicht im Büro, vielleicht im anderen Portemonnaie, vielleicht an die Korkpinnwand im Wohnungseingang geheftet, damit Sie ja dran denken, wenn Sie das nächste Mal wieder in den Laden einkaufen gehen. Aber auf keinen Fall dabei. Ansonsten hätte Ihr Geldbeutel, bei der Vielfältigkeit des heutigen Lebenswandels, einen Umfang irgendwo in der Grössenordnung einer Mammutzypresse. Nützt Ihnen in diesem Moment nichts, nützt aber auch dem Unternehmen nichts.

Einer für Alle

Mit POINZ schaffen Robert Blum und sein Team diesem Problem Abhilfe. Getrieben von der Frage, wie man lokale Unternehmen mit den Nutzern verbindet, entstand eine App auf welcher alle Treuekarten vereint sind. Nimmt ein Unternehmen an der Partnerschaft mit POINZ teil, müssen dessen Kunden bei der Bezahlung lediglich einen QR-Code mit der App scannen und erhalten die Treuepunkte auf ihr Konto gutgeschrieben. Auch die Unternehmen profitieren von diesem Angebot, das Sie über POINZ nun direkt mittels Push-Nachrichten und News mit ihren Kunden kommunizieren können. Die App macht es für Unternehmen möglich Ihre Kunden nach Verwendung ihrer Treuekarte und letzten Einkäufe zu selektionieren und so individuell anzusprechen.

Relevant für das Mobile Marketing ist in diesem Zusammenhang auch die aktive Verwendung von QR-Codes. Diese existieren bereits seit 1994 und werden schon länger in der Logistik verwendet. Im Marketing werden sie immer wieder als mögliche Interaktionsschnittstelle zum Kunden angepriesen, jedoch selten mit Erfolg angewandt. Eingebettet in eine App mit zusätzlichem Mehrwert scheinen QR-Codes einen grösseren Verwendungszweck zu finden denn als reines Push-Marketing-Tool.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Mit dem Treuepunkte sammeln über das Handy ist für POINZ noch nicht Schluss. Via Mobile Marketing und QR-Codes können Coupon-Mechanismen genutzt werden. Der Kunde erhält von einem Unternehmen über das Smartphone einen Coupon als Dank für die Teilnahme an einer Aktion oder den Kauf eines bestimmten Produkts. Diesen Gutschein kann der Kunde am POS des Unternehmens wieder einlösen. Das ermöglicht eine stärkere Kundenbindung, welche durch immer neue Stimuli erhalten bleibt und intensiviert werden kann.

Im Bereich des Proximity Marketings hat POINZ ebenfalls erste Erfolge gefeiert. In Zusammenarbeit mit GUESS, Swisscom und APG rüsteten sie Werbeplakate von Guess in Shop-Nähe mit Beacons aus. Diese lösten bei POINZ-Nutzern eine Push-Nachricht mit Rabatt-Coupon aus, wenn der Nutzer bereits die Guess-Kundenkarte hinterlegt hatte.

Mobile Marketing beschränkt sich also keineswegs auf mobile-optimierte Websites und Werbung im mobilen Browser. Vielmehr werden die Möglichkeiten von Smartphones besser genutzt, um Daten zu analysieren und zu vernetzen und Kunden gezielt anzusprechen.

Auch Gamification führte Robert Blum an. Mit POINZ können Nutzer beispielsweise einen OR-Code auf einem Flyer einscannen und erfahren, ob sie einen Sofortpreis gewonnen haben. Das Unternehmen auf der anderen Seite hat hierdurch einen weiteren Berührungspunkt zum Kunden.

Der heilige Gral des Opt-In

POINZ liefern mit Ihrer Geschäftsidee einen spannenden Ansatz, der zeigt, dass über Smartphones weite Bereiche des alltäglichen Lebens erreicht werden. Schwierigkeiten bereiten den Unternehmen dabei die Opt-In Mechanismen. Damit Kunden Push-Nachrichten von Beacons gesendet werden können, muss einem dreistufigen Opt-In zugestimmt werden: JA zur App, JA zu Push-Nachrichten, JA zu Bluetooth. Dabei sei die Storyline entscheidend, so Blum. Die Nutzer müssen den Kontext der Kontaktaufnahme verstehen und es dürfe nicht als Spam wahrgenommen werden.

Durch die fortschreitende Einbindung des Smartphones in unseren Alltag, wachsen die Möglichkeiten des Kundenkontakts weiter. Damit einher geht die Zunahme der Datenmenge, welche verarbeitet werden muss, und somit auch die Komplexität der Automatisierung. Die Fähigkeit mit dieser Komplexität umgehen zu können scheint denn auch eine der zentralen Fähigkeiten zu sein, um Mobile Marketing gewinnbringend im eigenen Geschäft zu nutzen. Dies bedeutet auch, dass der Entschluss eine solche Technologie anzuwenden, letztlich vom ganzen Unternehmen getragen werden und strategisch verankert sein muss.


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