Ökolabel – Vorteil oder Nachteil beim Weinverkauf?

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Über den Autor/ die Autorin

Matthes Fleck

Matthes Fleck ist Dozent und Projektleiter am Institut für Kommunikation und Marketing IKM und Leiter des Major Online Business and Marketing der Hochschule Luzern – Wirtschaft.

Zum Freitags gehört die Planung des Wochenend- Menüs. Dabei darf der Wein nicht fehlen. Die Auswahl an Weinen und Regionen ist gross und immer häufiger trifft man auf Öko-Labels. Aber verkaufen sich Weine mit Öko-Label besser als solche ohne?

Die Autoren Magali Delmas und Neil Lessem von der University of California, Los Angeles sind dieser Frage in einem Experiment nachgegangen. Hier lohnt sich ein Blick auf die Details der Antwort.

Eco-consumption: Ja, aber nicht in jeder Preislage

Für preiswerte Weine (Preislage von 8 – 15 US Dollar) gilt, dass bei gleichen Eigenschaften (Anbaugebiet, Rebsorte) sich die Konsumenten für Weine mit einem Öko-Label entschieden. Bei teureren Weinen (Preislage von 22 – 29 US Dollar) ergab sich eine Präferenz für Weine ohne Öko-Label.

Die Autoren erklären dies damit, dass bei preiswerten Weinen das Öko-Label als Zusatzeigenschaft gerne «mitgenommen» wird (Eco-consumption). Hier hat das Öko-Label einen positiven Einfluss auf den Kaufentscheid. Bei teureren Weinen überwiegen das Prestige der Region und des Winzers. Zusätzliche Eingenschaften wie Öko-Label werden hier als Anzeichen für schlechte Qualität wahrgenommen.

Im Bereich von 19 US Dollar herrscht Gleichgewicht: Das Ölo-Lable hat weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf den Kaufentscheid

Einfluss sozialer Faktoren auf den Kaufentscheid

Spannend ist auch ein Blick auf die sozialen Hintergründe der Teilenehmenden des Experiments. Weine mit Öko-Label werden vorwiegend nur von solchen Konsumenten und Konsumentinnen gekauft, die auch in anderen Bereichen Produkte mit vergleichbaren Labels kaufen. Teilnehmende mit hohem Einkommen, hoher Bildung, hoher Zahlungsbereitschaft für Wein und vergleichsweise höherem Weinkonsum kaufen Weine eher ohne Öko-Label .

Fazit

Bei günstigen Weinen kann ein Öko-Label zum Verkauf verführen und ein gutes Gewissen verschaffen. Bei teuren Weinen hingegen überwiegen Prestige, Wissen über Anbauregion und Winzer – ein Öko-Label führt hier zu einer Ökostrafgebühr beim Verkauf.

Weiterführende Literatur

Delmas, M. A., & Lessem, N. (2015). Eco-Premium or Eco-Penalty? Eco-labels and quality in the organic wine market. Business & Society.


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